{Nokia Lumia 625 Test: Größer ist nicht immer besser} Einzelheiten, Testen, Update
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Testüberblick Nokia Lumia 625
Tops und Flops
- Tops
- LTE und HSPA+
- Gute Verarbeitung
- Umfangreiches Software-Paket
- Guter Akku-Ausdauer
- Flops
- Display-Auflösung recht gering
- Akku nicht wechselbar
Nokia Lumia 625 Test: Größer ist nicht immer besser
Das Nokia Lumia 625 ist das bisher größte Windows Phone der Finnen, ordnet sich aber trotzdem in der Mittelklasse ein, was den Preis angeht - es kostet zum Start 299 Euro. Das verwundert, schließlich klingen Dinge wie ein 4,7-Zoll-Display und LTE-Unterstützung eher nach dem gehobeneren Segment. Wir haben im Test des Nokia Lumia 625 untersucht, wo der Rotstift angesetzt wurde.
Design, Verarbeitung und Display
Das Nokia Lumia 625 im Test wird in den Farben Schwarz, Weiß, Gelb und Grün angeboten - und dem knalligen Orange, das wir zum Testen bekommen haben und mit dem Nokia das Smartphone auch vorwiegend bewerben möchte. Das Design soll jugendlich und hip wirken - Geschmackssache, aber vor allem in den bunten Varianten ein Hingucker. Das 159 Gramm schwere und 9,2 Millimeter dicke Windows Phone liegt mit seinen abgerundeten Ecken und Kanten gut in der Hand und flutscht auch schnell in die Hosentasche. An den Rändern ist auch das Display des Nokia Lumia 625 leicht gewölbt, was die gute Haptik noch verstärkt. Die Knöpfe an der rechten Seite - wie gehabt Kameraauslöser, Power und Lautstärke - haben klare Druckpunkte und sind gut zu bedienen.
Lieferumfang...
...Rückseite...
...und Design | (c) Areamobile
Bei der abnehmbaren Oberschale des Lumia 625 hat sich Nokia, wie bereits beim Lumia 620, für einen zweischichtigen Kunststoff entschieden - innen weiß, darüber eine leicht transparente Farbschicht. Das sorgt für einen schönen, durchschimmernden Look und sieht deutlich edler aus als ein einfarbiges Design wie noch beim Lumia 820 mit seinem voll durchgefärbten Cover. Die Rückseite ist, wie der Rest des Lumia 625, passgenau gefertigt und sitzt fest am Smartphone. Wie bei allen aktuellen Lumia-Modellen ist auch der Neuzugang sehr gut verarbeitet, wirkt robust und dabei frisch, locker und sogar ein bisschen edel - zumindest in der weißen Variante.
Nokia Lumia 625 mit geöffneter Rückseite | (c) Areamobile
Mit einer Display-Diagonalen von 4,7 Zoll ist das Lumia 625 das derzeit größte Windows Phone von Nokia. Das klingt erst einmal gut, allerdings ist die Auflösung von nur 800 x 480 Pixel (199 ppi) bei dieser Größe eigentlich nicht mehr zeitgemäß. Es sind relativ klar einzelne Bildpunkte zu erkennen, kleine Schrift wirkt etwas ausgefranst und ist nicht allzu gut zu lesen. Während die Farbdarstellung und Blickwinkelstabilität des IPS-Panels in Ordnung gehen, ist außerdem die maximale Helligkeit ein wenig zu niedrig ausgefallen. Für den Einsatz im Sonnenlicht gibt es aber einen Extra-Modus, der die Ablesbarkeit automatisch verbessert und recht gut funktioniert. Das Display ist abschließend in der Darstellung zwar nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut - eben mittelmäßig. Insgesamt merkt man am Display am stärksten, wo Nokia den Rotstift angesetzt - schade eigentlich, denn das Display ist schließlich eines der wichtigsten Merkmale eines Smartphones. Etwas mehr als Durchschnitt hätte hier, trotz des relativ günstigen Preises, durchaus gut getan.
Das Display...
...ist groß...
...aber nicht gut | (c) Areamobile
Beim Bedienen zeigt sich der Touchscreen des Nokia Lumia 625 allerdings auf der Höhe. Die Tasten der Bildschirmtastatur sind angenehm groß und lassen Vertipper nur selten passieren, zumal der Touchscreen sehr präzise reagiert. In der Standard-Einstellung ist das Smartphone auch mit Handschuhen zu bedienen, die Funktion lässt sich aber deaktivieren, falls die Reaktion im Normalbetrieb dann doch zu sensibel ausfällt - was wir im Test allerdings nicht merken konnten. Die Bedienung klappte stets einwandfrei. Auffällig: Im Gegensatz zum Lumia 925 und 920 zieht der Bildschirm des Lumia 625 Fingerabdrücke und Fettflecken deutlich stärker an.
Kamera, Musik, Multimedia und Video
Testfoto mit dem Nokia Lumia 625 | (c) Areamobile
Nokia hat in letzter Zeit viel Aufmerksamkeit auf die Kameras in den teuren High-End-Modellen gelenkt, die von Carl Zeiss entwickelt werden und bis zu 41 Megapixel, optischen Bildstabilisator und ähnliche Dinge mitbringen. Die Kamera des Nokia Lumia 625 kann mit ihrer schnöden 5-Megapixel-Optik und ohne das begehrte Carl-Zeiss-Brand nicht mithalten, das war in der Preisklasse aber auch nicht zu erwarten. Für eine Handy-Knipse in dieser Klasse macht das Nokia Lumia 625 aber durchaus ansehnliche Schnappschüsse. Die Farbdarstellung kommt sehr natürlich daher, und auch die Bildscharfe ist - zumindest bei guten Lichtbedingungen - mehr als ordentlich.
Scharfe Kontraste...
...teils bescheidene Bilddynamik...
...und natürliche Farben | (c) AM
Schwierigkeiten hat die Hauptkamera des Nokia Lumia 625 im Test allerdings in Situationen mit großen Helligkeits-Unterschieden, hier erscheinen dunkle Flächen schnell fast schwarz und haben kaum noch Bildinformationen zu bieten. Der fehlende HDR-Modus der Kamera macht sich hier bemerkbar. Der LED-Blitz kann ebenfalls nicht wirklich überzeugen, er ist zu punktiert und leuchtet das Bild nicht vollflächig aus. Diese Probleme haben Standard-Handykameras aber häufig, so dass die Fotos des Nokia Lumia 625 insgesamt schon als gute Mittelklasse durchgehen können.
Kein leichtes Motiv für das Nokia Lumia 625 | (c) Areamobile
Videoaufzeichnungen sind mit der Hauptkamera des Nokia Lumia 625 mit 720p oder 1080p möglich und optisch ebenfalls recht ordentlich anzusehen. Durch den fehlenden Bildstabilisator ist allerdings eine ruhige Hand angesagt, sonst wird es schnell wackelig. Schwenks sind ohne gröbere Tearing-Effekte möglich, die Tonaufzeichnung ist guter Durchschnitt.
Für Multimedia-Fans hat Nokia - neben dem bereits besprochenen und weniger begeisternden Display - im Vergleich recht gute In-Ear-Kopfhörer beigelegt, die dem Otto-Normal-Verbraucher ausreichen werden. Auch der Klang des internen Lautsprechers ist beim Nokia Lumia 625 recht gut gelungen, könnte aber wie fast immer etwas mehr Bass und eine höhere maximale Lautstärke vertragen. Ein Übersteuern ist dafür kaum zu bemerken. 8 Gigabyte interner Speicher sind zwar in der Preisklasse durchaus ein ordentlicher Wert, für diejenigen Nutzer, die viel Musik und Filme in der Hosentasche tragen möchten, aber nicht besonders viel, zudem bereits gut 2,5 Gigabyte belegt sind. Der Speicher lässt sich aber mit Hilfe einer microSD-Karte um bis zu 64 Gigabyte erweitern, dazu kommen noch 7 Gigabyte kostenloser Online-Speicher von Microsoft - im Gegensatz zu den teureren Windows Phones des Herstellers, die zwar mit mehr internem Speicher, aber ohen Erweiterungsmöglichkeit ausgestattet sind.
System: Hardware, Bedienung und Connectivity
Mit dem 1,2 Gigahertz schnellen Dual-Core-Prozessor Qualcomm Snapdragon S4 und etwas knapp bemessenen 512 Megabyte Arbeitsspeicher ist das Nokia Lumia 625 ausreichend ausgestattet, um mit dem schlanken Microsoft-Betriebssystem spielend fertig zu werden. Das System läuft flüssig und meist ohne Ruckler und ausgedehnte Ladepausen, lediglich hier und da braucht eine App mal etwas länger, wenn mehrere Programme ausgeführt sind. Die Zukunftssicherheit dieser Plattform trägt allerdings ein kleines Fragezeichen, denn es könnte schon sein, dass das im ersten Quartal 2014 erwartete Windows Phone 8.1 vor allem beim RAM etwas hungriger ist und hier Probleme bereitet. Aber das ist noch Zukunftsmusik, derzeit ist das Lumia 625 von Nokia ausreichend motorisiert.
In Sachen Software kommt beim Nokai Lumia 625 Windows Phone 8 in der aktuellsten Version zum Einsatz, auch das Amber-Update ist bereits installiert. Beim Betriebssystem selbst gibt es keine Überraschungen. Vorbildlich ist erneut das sehr umfangreiche Software-Paket, das Nokia seinen Windows Phones beilegt. Von Apps zur Bildbearbeitung über Nokia Smart Cam bis hin zu den in über 100 Ländern komplett offline nutzbaren Karten von Here Maps und dazugehörigen Location-Apps wie Drive oder Transit ergibt sich eine äußerst praktische Software-Ausstattung. Das Fehlen von offiziellen Google-Apps ist in vielen, wenn auch nicht allen Fällen durch Programme von Drittanbietern und direkte Integration ins Betriebssystem zu verschmerzen, aber noch immer ärgerlich.
LTE-Unterstützung ist vorbildlich | (c) Areamobile
Sehr gut ausgestattet ist das Nokia Lumia 625 auch in Sachen Mobilfunk. LTE-Unterstützung ist in dieser Preisklasse noch nicht alltäglich, die Geschwindigkeit geht bis 100 Megabit pro sekunde. Mit HSPA+ sind am Lumia 625 bis zu 42,2 Megabit pro Sekunde im Upstream möglich. WLAN 802.11 b/g/n ist ebenso an Bord wie Bluetooth 4.0. Auf NFC, DLNA oder einen MHL-Port müssen die Anwender allerdings verzichten. Zum Datenaustausch wird das Smartphone einfach mit dem USB-Port des Rechners verbunden und taucht dann im Datei-Explorer auf, zusätzlich bietet Microsoft eine Windows-Phone-App für mehr Komfort bei der Synchronisation.
Telefonfunktionen und Akkulaufzeit
Die Sprachqualität des Nokia Lumia 625 ist durchweg gut. Beide Gesprächspartner sind ohne Schwierigkeiten zu verstehen, auch wenn es hier und da ein wenig rauscht. Möglichkeiten, den Klang beim Telefonieren an die eigenen Vorlieben und das individuelle Gehör anzupassen, gibt es allerdings leider nicht. Der interne Lautsprecher könnte, wie bei so vielen Smartphones, gerne einen Tick lauter und im Klang ausgewogener sein, die Mikrofone arbeiten zuverlässig.
Nokia Lumia 625...
...mit Windows Phone 8 | (c) Areamobile
Positiv hat uns im Test der Akku des Nokia Lumia 625 überrascht. Der Energiespender hat eine Kapazität von 2.000 mAh, das ist bei der verwendeten Hardware durchaus eine imposante Zahl, die im Vorfeld auf gute Ausdauer hoffen ließ. Das hat sich im Alltag auch bestätigt, es ist kein großes Problem, zwei volle Tage abseits der Steckdose zu überstehen. Mehr ist durchaus drin, wenn man es mit der Nutzung nicht übertreibt. Die Leistung ist für ein Smartphone sehr gut, ein wechselbarer Akku wäre allerdings das Tüpfelchen auf dem "i" gewesen.
Fazit
Am Ende ist der Eindruck vom Nokia Lumia 625 im Test wie erwartet ausgefallen: Das neue Modell ist gutes Mittelmaß. Das Window Phone ist ordentlich verarbeitet, bringt einen frischen Look mit bunten Farben mit, hat eine - für die Preisklasse - ordentliche Kamera und einen guten, wenn auch nicht wechselbaren Akku. Auch der LTE-Standard sowie die generell ordentliche Arbeitsgeschwindigkeit sind löblich. Das große Display jedoch, immerhin eines der Haupt-Merkmale des Nokia Lumia 625, hat mit der recht geringen Auflösung und etwas zu geringer Helligkeit zu kämpfen. 512 Megabyte RAM sind zudem knapp bemessen und könnten zu Problemen führen, wenn im kommenden Frühjahr Windows Phone 8.1 erscheint - nicht umsonst stattet Nokia etwa das Lumia 1020 gleich mit 2 Gigabyte aus.
Die größte Problem für das Nokia Lumia 625 kommt aber von der Konkurrenz aus dem eigenen Haus. Für nur etwa 30 Euro mehr als die UVP von 299 Euro bekommt man bereits das deutlich besser ausgestattete Lumia 920. Das Lumia 820, das ebenfalls LTE und wechselbare Oberschalen, dazu aber auch NFC, einen schnelleren Prozessor, mehr RAM und eine bessere Kamera besitzt, kostet sogar nur noch etwa 240 Euro. Wer nicht unbedingt ein so großes Display braucht wie beim Lumia 625 sollte sich also ruhig einmal bei den anderen Windows Phones aus Nokia umschauen, hier gibt es mittlerweile mehr Leistung fürs Geld.
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