{Lebensmittel im Internet ordern: Rewe online & Co. im Test: Lebensmittel online bestellen} Einzelheiten, Testen, Update
{Lebensmittel im Internet ordern: Rewe online & Co. im Test: Lebensmittel online bestellen} Einzelheiten, Testen, Update
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Keine Lust mehr aufs Schlangestehen an der Kasse? Dann bestellen Sie Butter, Käse und Wurst bei Lebensmittel-Versendern wie Rewe online. Wie gut das funktioniert, hat COMPUTER BILD bei sechs Anbietern getestet.
Der kleine Wochenendeinkauf: Diese Warenauswahl bestellte COMPUTER BILD bei sechs Online-Supermärkten.
Einkauf mit Hindernissen
Im Internet gibt es Autos, Schuhe, Musik, Filme, Möbel und Freunde. Warum also nicht auch Brot, Nudeln, Wurst und Käse? Das klingt logisch, birgt aber ein paar Probleme, die die Testkandidaten unterschiedlich gut meisterten.
- Frischwaren: Frische Lebensmittel wie Obst, Gemüse, aber auch Tiefkühlwaren sind empfindlich und müssen beim Transport kühl bleiben. Damit etwa Speiseeis mehrere Tage gefroren bleibt, betten die Versender die Eisbecher in Styroporkartons und Trockeneis. Das sind Tüten mit gefrorenem Kohlendioxid, die bis zu minus 80 Grad kalt sein können. Der Materialaufwand ist gigantisch, aber das Resultat stimmt: Bei allen Anbietern kam das Eis unversehrt an.
- Haltbarkeit: Lebensmittel im Lager müssen ständig auf ihre Haltbarkeit geprüft und gegebenenfalls entsorgt werden. Somit kann ein Online-Supermarkt nur profitabel arbeiten, wenn ein entsprechend hoher Kundenstamm dort regelmäßig bestellt. Ist das nicht der Fall, kann er nur lange haltbare Waren anbieten. Das ist wohl ein Grund dafür, dass es bei Edeka24 nur Konserven, Fertiggerichte und abgepackte Waren gibt.
- Verpackung und Versand: Der Verpackungs- und Transportaufwand für die Lebensmittel ist enorm, sie sollen ja nicht nur unverdorben, sondern auch unversehrt beim Kunden ankommen. Um das zu gewährleisten, sind große Mengen an Verpackung, Füllmaterial und Schutzfolien notwendig. Leider garantiert auch dieser Aufwand nicht immer, dass die Waren unbeschädigt bleiben.
Die Enge im Karton kann empfindliche Verpackungen beim Transport beschädigen (hier: Butterlieferung von AllYouNeed)
- Lieferzeiten: Wer seinen Einkauf online erledigt, hat in der Regel wenig Zeit auch für die Annahme von Paketen. Trotzdem sind die Lieferbedingungen eher unflexibel. Zwar bieten die Testkandidaten MyTime, All You Need und Lebensmittel.de Extras wie Spätlieferungen an allerdings nur im Ruhrgebiet, in Köln und in Berlin. Einzig Rewe online bot einen echten Terminplaner für alle angebotenen Liefergebiete (sieben Postleitzahlenbereiche). Meistens sind Kunden aber auf die Standardlieferzeiten von DHL angewiesen. Kurios: Zwar bieten fast alle Online-Dienste Lieferung an eine Packstation an, doch beim Testkauf packte MyTime viel zu große Kartons. Die passten nicht in die Packstationen und kamen deshalb per Standard-Lieferung.
Ausnahme-Kandidat: Bei Rewe online bringt der firmeneigene Kurier die bestellten Lebensmittel.
Amazon: Der Marketplace versagt
Seit Mitte 2010 gibt es auch bei Amazon Lebensmittel. Das Geschäft mit Butter, Milch und Käse verlief allerdings schleppend. Seitdem dümpelt die Produktkategorie Lebensmittel & Getränke im provisorischen Beta-Stadium; Angebote gibts fast nur noch von Drittanbietern. Dieses Amazon-Prinzip eines zentralen Angebots vieler Händler (Marketplace) ist eigentlich sehr clever. Wer aber einen vorgegebenen Einkaufszettel abarbeitet, erlebt die absurde Seite: Die COMPUTER BILD-Testbestellung von 17 Produkten kam in 13 Einzelpaketen. Eines davon war so groß wie ein Umzugskarton, enthielt massenhaft zerknülltes Altpapier und eine kleine Tafel Schokolade. Preis: 95 Cent, Versandkosten: 7,90 Euro. Insgesamt summierten sich die Versandkosten bei einem Warenwert von knapp 30 Euro auf unglaubliche 69,01 Euro. Zudem dauerte es bei Amazon sehr lange, bis alle Artikel des Einkaufszettels auf dem Küchentisch lagen: 88 Stunden, also fast vier Tage. Dass das nicht so bleiben muss, zeigt die Entwicklung in den USA: Seit Juni können Amazon-Kunden in Seattle und im Großraum Los Angeles unter dem Namen Amazon Fresh Brot, Butter, Obst und Gemüse bestellen. Ist das Pilotprojekt erfolgreich, will der Anbieter es 2014 auf 20 weitere Ballungsgebiete ausdehnen, auch außerhalb der USA.
Gepfefferte Preise
Der Testeinkauf bei den Anbietern war insgesamt im Schnitt fast um 70 Prozent teurer als vergleichbare Waren im Ladengeschäft. Für die Preisnote suchten die Tester das günstige Angebot der jeweiligen Warengruppe im Shop und berechneten dann den Preis für eine vorgegebene Normmenge, etwa 100 Gramm Wurst oder 0,5 Liter Bier. Resultat: Beim Anbieter MyTime waren die Waren im Durchschnitt am günstigsten, allerdings immer noch etwa 50 Prozent teurer als vergleichbare Lebensmittel im Supermarkt um die Ecke. Mega-Versender Amazon schoss auch im Preisvergleich den Vogel ab: Butter, Milch, Wurst und Käse waren dort im Schnitt rund 250 Prozent teurer als im Ladengeschäft. Doch zum reinen Produktpreis können beim Online-Lebensmittelkauf noch weitere Kosten die Rechnung in die Höhe treiben:
- Versand: Die pauschalen Versandkosten liegen bei allen Testkandidaten etwa zwischen vier und sieben Euro. Nur All You Need stellt gar keine Versandkosten in Rechnung.
- Gewichtszuschlag: Bei Rewe online fällt bei Bestellung mehrerer Getränkekisten ein geringer Gewichtszuschlag an (75 Cent pro Kiste). Bei Amazon können solche Kosten je nach Marketplace-Händler entstehen.
- Frischezuschlag: Lebensmittel.de und MyTime berechnen einen Frischezuschlag (rund fünf Euro) beim Kauf gekühlter Waren. Bei MyTime wird der Zuschlag mit steigender Bestellmenge geringer und entfällt schließlich komplett. Wie groß die Menge dafür sein muss, hängt vom jeweiligen Artikel ab.
- Spätlieferung: Bei den Anbietern, die einen Kurierversand anbieten, können je nach Lieferzeitpunkt Zuschläge bis zu 7 Euro anfallen.
- Pfand: Bis auf Lebensmittel.de nehmen alle Anbieter Pfandartikel per Rücksendung oder Rückgabe beim Kurier zurück. Ein beigefügter Retourenschein sorgt dafür, dass keine Zusatzkosten entstehen.
Fazit
Online-Supermärkte sind noch keine Gefahr für den Supermarkt um die Ecke. Die Anbieter sind viel zu teuer, der Verpackungsmüll ist eine ökologische Katastrophe und der Versand oft unflexibel. Ausnahme: Testsieger Rewe online liefert überall mit dem eigenen Kurier an. Dadurch wirds zwar nicht billiger, aber immerhin hält sich der Verpackungswahnsinn in Grenzen.
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