{Motorola Moto X im Test: Das ziemlich perfekte Smartphone} Einzelheiten, Testen, Update
{Motorola Moto X im Test: Das ziemlich perfekte Smartphone} Einzelheiten, Testen, Update
Das Moto X ist das erste Smartphone aus der Zusammenarbeit von Google und Motorola. Viel wurde schon über das schlaue Handy geschrieben, jetzt bin ich dran: Seit einer Woche ist das Moto X bei mir im Dauereinsatz, Zeit genug, um es auf Stärken und Schwächen zu testen. Warum es für mich das fast perfekte Smartphone ist, erfahrt Ihr in meinem Testbericht.
Design
Um es gleich vorweg zu sagen: Motorola hat einen richtig guten Job gemacht, ich bin begeistert vom Design des Moto X. Der Rand um den Bildschirm ist sehr schmal, sodass es trotz seines 4,7-Zoll-Displays kleiner und kompakter wirkt als vergleichbare Smartphones der gleichen Größenordnung. Mit seinem abgerundeten Rücken liegt es gut in der Hand und lässt sich sehr komfortabel bedienen, der auf der Rückseite verwendete Kunststoff ist hochwertig verarbeitet und fühlt sich gut an.
Obwohl das Moto X die gleiche Displaygröße wie das Nexus 4 hat, ist es insgesamt kleiner, was vor allem am schmalen Displayrahmen liegt. Kapazitive Tasten gibt es nicht, Motorola setzt beim Moto X auf Onscreen-Buttons. Auf ein Firmenlogo von Motorola wurde ebenfalls verzichtet, einzig Lautsprecher, Frontkamera, Sensoren und Mikrofon setzen dezente Akzente auf der ansonsten einheitlich glatten, schwarzen Front des Moto X.
Rechts befinden sich die Lautstärke- und Power-Tasten. Sie sind aus Kunststoff und wirken leider nicht ganz so hochwertig und stabil wie der Rest des Gehäuses. Links liegt der Steckplatz für die Nano-SIM. Das Schubfach lässt sich nur mit einem speziellen Pin öffnen und ist so gut und dezent im Gehäuse integriert, dass ich eine Weile brauchte, um es zu finden.
Auf der Oberseite liegt mittig der Kopfhörereingang, der Micro-USB-Steckplatz ist ebenfalls mittig auf der Unterseite des Geräts untergebracht.
Die Gestaltung der Rückseite folgt der klaren, geradlinigen Formensprache: Die Kamera ist mittig platziert, darunter liegt der LED-Blitz, weiter unten befindet sich das kreisförmige, leicht konkave Motorola-Logo, das sich als ideale Fingerstütze erwiesen hat, zum Beispiel beim Telefonieren oder Fotografieren im Hochformat. Neben der Kamera liegt der Lautsprecher, der bei angemessener Lautstärke einen klaren und unverzerrten Klang bietet.
Übrigens: Wie der Aufdruck auf der Rückseite meines Testgeräts bestätigt, sind alle Moto-X-Exemplare, die außerhalb der USA verkauft werden, in China hergestellt und auch dort zusammengebaut - das Motto Assembled in the USA gilt nur für den US-Markt.
Display
Das 4,7-Zoll-Display des Moto X bietet eine Auflösung von 1.280 x 720 Pixel und hat damit eine Pixeldichte von 312 ppi, die einzelne Bildpunkte verschwinden lässt. Motorola setzt im Moto X auf ein AMOLED-Display, das durch seine lebendigen, satten Farben und durch hervorragende Schwarzwerte überzeugen kann. Das Display ist zudem sehr hell und auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch gut ablesbar. Die Blickwinkelstabilität ist gut, aber nicht herausragend, bei seitlicher Betrachtung bekommen die Farben einen leichten Grünstich.
Software
Das Moto X kommt mit Android 4.2.2, ein Update auf Android 4.3 ist bisher nicht in Sicht. Die Benutzeroberfläche ist sehr nah am puren Android, einige Zusatzfunktionen hat Motorola dem Moto X jedoch spendiert, unter anderem Software zur intelligenten Sprachsteuerung und eine eigene Kamera-App (zum Artikel über die Software-Features). Im Vergleich zum Galaxy S4 zum Beispiel hat das Moto X deutlich weniger neue Software-Extras, aber die Funktionen, die es hat, sind gut umgesetzt - zum Beispiel die Benachrichtigungsfunktion "Active Notifications" (die es als App auch für andere Geräte gibt - zum Artikel). Mir persönlich gefällt zudem der reine Android-Look deutlich besser als die zahlreichen Herstelleraufsätze. Auf die besonderen Software-Features werde ich in einem separaten Artikel noch einmal ausführlich eingehen.
Prozessor und Leistung
Das X8-Prozessorsystem im Moto X besteht aus einem angepassten Snapdragon S4 Pro mit zwei Kernen und einer Taktrate von 1,7 Gigahertz, einer Adreno-320-Quad-Core-GPU und zwei Extra-Chips, einen für kontextabhängige Aufgaben und einen für die immer aktive Sprachsteuerung. Zur Seite stehen dem Chipsatz 2 Gigabyte Arbeitsspeicher.
Die X8-Architektur des Prozessors macht es schwierig, das Moto X direkt mit anderen Smartphones zu vergleichen, doch in meinem Testzeitraum hat es sich durchweg als zuverlässiger und belastbarer Begleiter erwiesen. Filme in 720p-Qualität liefen auch mit anderen aktiven Anwendungen im Hintergrund ohne Ruckler und Aussetzer, Spiele wie Dead Trigger, Minion Rush und Mortal Kombat ließen sich absolut flüssig spielen, die Ladezeiten waren mehr als akzeptabel. Die Extra-Kerne für die Sprachsteuerung und die kontextbezogenen Aktionen arbeiten ebenfalls schnell und verzögerungsfrei, ihr Stromverbrauch ist zudem sehr niedrig.
Kamera
Die Kamera des Moto X ist sehr einfach und intuitiv zu bedienen, die Kamera selber liefert aber eher enttäuschende Ergebnisse (wer die App testen will, kann sie ausprobieren - zum Artikel).
Vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen macht die Kamera miserable und stark verrauschte Bilder, auch der Einsatz des LED-Blitzes hilft da nicht besonders. Bei starkem Gegenlicht werden die Fotos sehr dunkel, bei bewölktem Himmel wirken Farben blass und verwaschen.
Die besten Ergebnisse erzielte die Kamera des Moto X bei ausreichender künstlicher Beleuchtung und im hellen Tageslicht. Durch ein Update sollen noch einige Nachbesserungen kommen, für mein Testgerät war das Update jedoch noch nicht verfügbar. Die Funktionen und die Qualität der Kamera werde ich in einem eigenen Artikel noch einmal näher beleuchten.
Akku
Das Prozessorsystem des Moto X ist mit seinen zwei Extra-Kernen darauf ausgelegt, besonders stromsparend zu arbeiten. Motorola verspricht, dass es bei normaler Nutzung nur alle 24 Stunden geladen werden muss, was sich in meinem Test bestätigte.
Die 2.200 Milliamperestunden des Akku reichten aus, um mit dem Display auf voller Helligkeit und konstanter WLAN-Verbindung durch den Tag zu kommen. Die zwei separaten Kerne sowie das AMOLED-Display, auf dem zum Beispiel Benachrichtigungen besonders stromsparend angezeigt werden können, tragen zur langen Laufzeit bei. In meinem Dauertest reichte die Akkuleistung für 5:30 Stunden HD-Video-Playback aus, das komplette Aufladen des Akkus dauert eine bis anderthalb Stunden. Übrigens: Das Telefon heizt sich nicht auf, weder beim Laden noch bei der normalen Benutzung.
Technische Daten
| MOTOROLA MOTO X | |
|---|---|
| System | Android Jelly Bean 4.2.2 |
| Display | 4,7 Zoll, 1.280 x 720 Pixel, AMOLED, 312 ppi |
| Prozessor | Snapdragon S4 Pro, Dual-Core, 1,7GHz; GPU: Adreno 320 Quad-Core; 2 Extra-Chips |
| Arbeitsspeicher | 2 GB |
| Interner Speicher | 16 GB |
| Konnektivität | LTE, NFC |
| Kamera | 10 MP (Rückseite), 2 MP (Front) |
| Akku | 2.200 mAh |
| Abmessungen | 129,3 x 65,3 x 10,4 mm |
| Gewicht | 130 g |
Fazit
Das Moto X hat es mir wirklich angetan. Das kleine schwarze Smartphone ist sehr leicht und liegt sehr angenehm in der Hand. In meiner Testwoche gab es kein einziges Problem, keinen Aussetzer und keinen Absturz, alle Apps und Funktionen liefen einwandfrei, auch bis zum letzten Prozentpunkt des Akkus. Klar, es ist kein HTC One und auch kein Galaxy S4, aber für mich ist es mehr als ausreichend. Für den Preis von umgerechnet aktuell rund 500 Euro ist es ein tolles Smartphone mit einem großen Display, einem guten Akku und wirklich nützlichen Software-Features. Einziger Schwachpunkt ist die Kamera, die sich in meinem Test als Riesenenttäuschung erwies. Hier kann man nur hoffen, dass das versprochene Software-Update wirklich Besserung bringt. Trotzdem ist das Moto X absolut sein Geld wert, vor allem das durchdachte Benachrichtigungssystem macht es für mich zu einem ziemlich perfekten Smartphone.
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