Falsch verstandener Tweet treibt Öl-Preis nach oben

{Falsch verstandener Tweet treibt Öl-Preis nach oben} Einzelheiten, Testen, Update

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KuriosesEin falsch verstandener Tweet sorgte dieser Tage für Trubel an den Erdöl-Märkten. Die Befürchtung einer Zuspitzung der Konflikte im Nahen Osten ließen den Weltmarktpreis kurzfristig steigen.

Eine Reihe von Händlern an den Börsen warfen offenbar nur einen flüchtigen Blick auf einen Tweet, der vom Sprecher des israelischen Militärs veröffentlicht wurde, und glaubten, über einen Angriff Israels auf Syrien informiert zu werden. Wohl aus der Befürchtung heraus, nicht schnell genug auf die zu erwartende Steigerung des Erdöl-Preises zu reagieren, schauten sie nicht noch einmal genauer hin, sondern lösten Kauf-Aufträge aus, um sich noch schnell einzudecken, bevor der Rohstoff teurer wird.

Allerdings müssen hier gleich mehrere Broker hinsichtlich ihrer Medienkompetenz einen kompletten Aussetzer gehabt haben. Denn der Militärsprecher erinnerte mit dem Tweet lediglich an den Jom Kippur-Krieg im Jahr 1973. Und dies wird eigentlich auch deutlich, wenn man halbwegs genau auf den fraglichen Tweet schaut.

IDF-Tweet Jom Kippur 1973
Der Tweet des IDF-Sprechers

So ist das Jom Kippur-Fest, der höchste jüdische Feiertag des Jahres, in diesem Jahr bereits mehrere Wochen her - es fand am 14. September statt. Im Jahr 1973 wurde es allerdings erst am 6. Oktober gefeiert. An dem Tag erliegt das öffentliche Leben in Israel quasi vollständig - was damals die arabischen Staaten für einen Überraschungsangriff nutzten, der allerdings schnell zurückgedrängt wurde.

Und auch wenn man mit den jüdischen Feiertagen nicht besonders bewandert ist, sollte dann doch die "73" im Hashtag stutzig machen. Hinzu kommt natürlich auch, dass die Sowjetunion seit über 20 Jahren nicht mehr existiert und man auch folglich keine Waffenlieferungen von ihr an Syrien mehr unterbinden müsste.

Trotzdem sorgte der Tweet dafür, dass die Gemüter in der Broker-Szene heiß liefen und Öl-Käufe platziert wurden. Binnen nur einer Stunde stieg der Weltmarktpreis um immerhin mehr als einen Dollar von 110,40 Dollar auf 111,50 Dollar. Kurz darauf wurde sogar der monatliche Höchststand von 111,74 Dollar erreicht.

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