{Samsung Galaxy S4 Zoom Test: Der Quasimodo unter den Smartphones} Einzelheiten, Testen, Update
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Testüberblick Samsung Galaxy S4 Zoom
Tops und Flops
- Tops
- Genialer 10fach-Zoom (+1.0%)
- Flops
- Unfassbar fett und unhandlich für ein Handy (-5.0%)
- Kamera zu schlecht für martialischen Auftritt
- Zu teuer für die gebotenen Nachteile
Samsung Galaxy S4 Zoom Test: Der Quasimodo unter den Smartphones
Die Grenze zwischen Smartphone und Kompaktkamera verschmilzt immer mehr. Das Galaxy S4 Zoom von Samsung orientiert sich bei Namensgebung, dem Großteil der Hardware und bei der Software an einem Handy, bei Maßen und Kamera hingegen an einer Kompaktknipse kann dieser Spagat im Test gut gehen?
Design, Verarbeitung und Display
Betrachtet man das Zoom nur frontal, könnte man meinen, ein ganz normales Smartphone im typischen Samsung-Gewand vor sich zu haben. Design und grobe Anordnung des Telefonielautsprechers und der Sensoren über dem Display, Hardware- und Sensorbuttons unter dem Display - alles wie gehabt. Die große Überraschung folgt erst, wenn man das Gerät dreht. Und da reicht schon ein leicht anderer Blickwinkel. Denn dann scheint die Dicke des Samsung Galaxy S4 Zoom im Test ins beinahe Unendliche zu wachsen und ein riesiges, aus dem Gehäuse hervorstehendes Objektiv, das zudem die ganze Breite des S4 Zoom einnimmt, dominiert die Rückseite.
Im Test: Samsung Galaxy S4 Zoom
Fetter Klopper: Mit Objektiv fast 3 Zentimeter!
Schneller Akkuwechsel über die Seite | (c) Areamobile
Außerdem kommt ein dicker Knubbel am unteren - oder auf die Kamera bezogen rechten - Ende des Gerätes zum Vorschein, den man von echten Bridge- oder DSLR-Kameras gewohnt ist und dort nicht nur Technik aufnimmt, sondern auch dafür sorgt, dass das Gerät besser in der Hand liegt. Das funktioniert beim S4 Zoom nur bedingt, denn einerseits wirkt der Samsung-typische Kunststoff bei dem Gewicht des Gerätes viel zu rutschig, außerdem will man wegen des Kameraknubbels den Daumen zum Fassen dazunehmen - der landet dann aber auf dem Touchscreen, der dann die Rückseite darstellt und als Sucher dient. Insgesamt wirkt das Samsung Galaxy S4 Zoom mit sagenhaften 207 Gramm Gewicht und einer Dicke von 15,4 Millimetern einfach absolut unhandlich für ein Smartphone - und als Smartphone sieht der Hersteller selbst sein Produkt auf seiner Homepage, während Galaxy Camera und Galaxy Note 2 eigene Kategorien erhalten haben.
Dabei sind 15,4 Millimeter Dicke noch sehr geschmeichelt - oder um es unverblümt zu sagen: Das ist einfach eine dreiste Lüge. Denn 15,4 Millimeter sind eine Durchschnittsdicke ohne Objektiv und ohne Kammeraknubbel. An dieser Erhebung misst das S4 Zoom nämlich mal eben 22,5 Millimeter, mit Objektiv sogar unfassbare 27,1 Millimeter! Wer tut sich denn so etwas heute noch an? Zumal nicht einmal die Qualität der Kamera überzeugt - aber dazu im entsprechenden Teil mehr. Immerhin gibt es an der Verarbeitung kaum etwas zu meckern. Lediglich der von Kompaktkameras inspirierte seitliche Einschub für Akku und SIM-Karte knarzt unter Druck etwas, sitzt aber passgenau. Ebenfalls sehr hochwertig wirkt der Drehring um das Objektiv, der mit einer gelungenen Mischung aus ausreichend schwergängig, aber doch noch leichtgängig genug und gleichmäßig integriert wurde.
Fett, fetter, Zoom
Zweistufiger Auslöser
Sieht von hinten wie eine Kompaktkamera aus | (c) Areamobile
Beim Display müssen Nutzer des Samsung Galaxy S4 Zoom starke Abstriche im Vergleich zum großen S4 machen. Eine Auflösung von 960 x 540 Pixel passt von den bloßen Werten her schon fast nicht einmal mehr in die Mittelklasse, fairerweise muss man allerdings erwähnen, dass das im Alltag weit weniger stört, als vermutet. Das liegt natürlich auch am vergleichsweise kleinen Display - bei 4,3 Zoll kommt das Samsung Galaxy S4 Zoom immerhin noch auf 256 Pixel pro Zoll. Ansonsten bietet das Super-AMOLED-Display die typischen Vor-und Nachteile: Es bietet satte Farben und einen guten Schwarzwert, ist dafür aber etwas dunkel - zumindest draußen, wo das Display als riesiger Sucher für die Kamera dient. Zu echten Problemen kommt es aber höchstens bei direkter Sonneneinstrahlung, die man meist - zur Not mit einer schattenspendenden Hand - verhindern kann.
Kamera, Musik, Multimedia und Video
Die Eckdaten sind schnell aufgezählt: Im Samsung Galaxy S4 Zoom steckt eine Digitalkamera mit 16 Megapixel, die Highlights sind Xenon-Blitz und 10facher Zoom. Klingt absolut vielversprechend, einen ellenlangen Text zur Kameraqualität wird es aber an dieser Stelle trotzdem nicht geben - das haben wir bereits separat hier getestet und waren nicht begeistert. Zusammengefasst lassen Bilddynamik und Bildrauschen stark zu wünschen übrig - das eine ist zu schwach, das andere zu stark ausgeprägt. Beeindruckend - zumindest für ein Handy - ist nur der optische Zoom, der über den riesigen Drehring oder auch per Onscreen-Tasten bedient werden kann. Über den Drehring reagierte uns aber der Zoom etwas zu verhalten, so dass man relativ viel kurbeln muss, um stark zu zoomen.
Im Zoom wird's noch größer | (c) Areamobile
Schauen wir uns lieber die restliche Bedienung noch etwas genauer an: Gestartet wird die Kamera entweder über den großen runden Auslöser oder natürlich das typische Kamera-Symbol im Hauptmenü des Telefons. Per Auslöser funktioniert das aber nur bei aktiviertem Display - gut so, zu leicht könnte sich die Kamera plötzlich aktivieren und das Objektiv gute 1,5 Zentimeter in der Hosentasche ausfahren - wenn man es denn überhaupt hinein bekommt. Für Stellmotoren und sonstige Mechanik wäre das sicherlich nicht gut. Anschließend erwartet den Nutzer ein auf den ersten Blick typischer Kamerasucher, wie ihn Samsung-Fans gewohnt sind. Der Moduswahlschalter erlaubt allerdings mit vollständigem Automatikmodus, Smart- und Expertenmodus eine erweiterte Auswahl. Unter dem Punkt "Mein Modus" kann man außerdem selbst bestimmen, auf welche 5 der insgesamt 25 Szenen die Anzeige des Smartmodus reduziert werden soll.
Neben den typischen Szenen wie Nacht, HDR ("Farbfülle") oder Portrait gibt es zahlreiche, die schon vom Galaxy S4 bekannt waren. Darunter fallen etwa Sound&Shot, bei dem ein Foto mit mehreren Sekunden Ton versehen werden kann oder bestes Foto, bei dem die Software selbständig das beste aus mehreren ähnlichen Fotos heraussucht. Aber es gibt auch neue Szenen wie "Wasserfall" speziell für fließendes Wasser oder "Leuchtspuren" für Langzeitbelichtungen bis zu 4 Sekunden. In Verbindung mit einem Stativ, auf dem sich das S4 Zoom mittels integriertem Gewinde problemlos befestigen lässt, kann man so richtig tolle Aufnahmen machen - in den Grenzen, die mangelnde Bilddynamik und zu starkes Bildrauschen setzen zumindest.
Das Zoom bietet 25 Szenen...
...oder gleich Zugriff auf alles im Expertenmodus
Der 10fach Zoom ist der größte Vorteil | (c) Areamobile
Im Expertenmodus lassen sich Dauerbelichtungen sogar bis zu 16 Sekunden durchführen und auch sonst kann man hier so gut wie alles selbst bestimmen. Allerdings eignet sich dieser Modus wegen der zahlreichen Optionen mit teils kryptischen Bezeichnungen vor allem für Fotoexperten, auch wenn selbst die nicht verstehen dürften, warum sich die Blende nur zwischen f/3.1 und f/8.8 variieren lässt. Herausragend ist nur der Zoom und der Bildstabilisator - beides funktioniert tadellos und ermöglicht es dem Autofokus, fast immer scharfe Bilder zu produzieren.
Die tatsächliche Foto- und Videoqualität kann leider nicht mit dem guten Zoom und der umfangreichen Software mithalten und das Fazit zur Kamera lautet daher nicht umsonst: Reine Prahlerei.
Bei der Musik liefert Samsung gewohnt hohen Standard ab, allerdings gibt es intern nur 8 Gigabyte Speicher zu vermelden, von dem nur etwas mehr als die Hälfte verfügbar ist. Immerhin fasst das Gerät microSD-Karten bis 64 Gigabyte, das sollte für nahezu jeden Anwender reichen, solange er nicht mit extrem vielen Apps hantiert, die meist nur im internen Speicher installiert werden werden können. Dank des gewohnt guten Zusammenspiels aus gutem In-Ear-Headset und Player entfesselt das Samsung Galaxy S4 Zoom ein wahres akustisches Feuerwerk, das mit vollem Klang und ausreichenden Höhen eine breite Nutzerschar zufriedenstellen dürfte. Der Lautsprecher klingt klar und ausreichend voll, ist aber nicht übermäßig laut und wurde außerdem neben der riesigen Kameralinse, also quasi auf der Rückseite, platziert.
System: Hardware und Bedienung
Einen Quad-Core kann das Samsung Galaxy S4 Zoom nicht vorweisen, stattdessen arbeitet dort ein Dual-Core-Prozessor Marke Exynos 4210 mit je 1,5 Gigahertz und Unterstützung durch 1 Gigabyte RAM. Zum Benchmark-Wunder wird das Smartphone damit natürlich nicht, hier schneidet das Gerät selbst für Mittelklasse eher durchschnittlich ab. Macht nichts, spätestens seit Helmut Kohl gilt schließlich: "Entscheidend ist, was hinten raus kommt". Und im Alltag kann sich daher über übermäßige Ruckler auch niemand beschweren - schließlich muss der Zweikerner nur relativ wenig Pixel berechnen. So schafft das Galaxy S4 Zoom auch im Browser eine prompte und flotte Bedienung, die Reaktion auf Zoom und Scrolling erfolgt sehr direkt.
Im Alltag ist die...
...Bedienung flüssig, selbst...
...im Browser | (c) Areamobile
Über der aktuellen Android-Version 4.2.2 liegt wie immer die hauseigene Touchwiz-Oberfläche, die die Funktionalität des Google-Betriebssystem weiter erhöht. Damit gehen auch zusätzliche Apps wie S-Memo, S-Translator oder S-Voice einher, die man bereits von den anderen Geräten der S4-Generation kennt. Neu ist hingegen die App Fotovorschlag, die auf der Grundlage der Datenbank des Fotodienstes Panoramio auf Google Maps Vorschläge für Fotomotive in der näheren Umgebung macht. Dort kann man auch selbst seine mit Geotag versehenen Fotos hochladen - die Software erscheint durchaus als sinnvolle Ergänzung für ein dediziertes Fotohandy.
Telefonfunktionen und Akkulaufzeit
Die Gesprächsqualität des Samsung Galaxy S4 Zoom ist vielleicht nicht herausragend, aber ausreichend gut. Die Lautstärke bewegt sich im oberen Mittelfeld und Stimmen werden etwas matschig, aber ausreichend differnziert übertragen, um für gute Verständlichkeit zu sorgen. Der Lautsprecher ist überraschend klar, aber zu leise - längere Gespräche sollte man daher nicht über die Freisprechfunktion tätigen.
Ein Kamerahandy mit optischem Zoom, das nur mit einem 2.330-mAh-Akku ausgestattet ist? Doch, das geht in Ordnung. Und zwar, weil das Gerät auch mit einer Akkuladung recht ordentlich durchhält - zumindest im Alltagsbetrieb, wenn die Kamera nicht übermäßig oft genutzt wird. Dann sind gut 2 Tage locker drin. Nutzt man Kamera samt optischem Zoom und sogar noch den Xenon-Blitz intensiv, ist schon nach wenigen Stunden Schluss mit der Foto-Session. Doch auch dann ist das gar nicht so schlimm, denn ein Akkuwechsel erfolgt einfach und schnell über eine kleine Klappe an der Fußseite unter dem Display. Insgesamt liefert Samsung hier gute Leistung ab.
Fazit
Das Samsung Galaxy S4 Zoom hat den Namen S4 nicht verdient. Weder die (Benchmark)Leistung, noch die Eleganz durch das dünne Gehäuse, noch die restliche Hardware - etwa das Display - kommen auch nur ansatzweise an das echte Galaxy S4 heran. Was soll dann diese Namensgebung? Wir halten das für beabsichtigte Irreführung und schlichtweg für groben Unfug!
Doch auch abseits der irreführenden Namensgebung kann das Galaxy S4 Zoom nicht überzeugen. Ja, es ist ein passables Smartphone der unteren Mittelklasse - zumindest was die Leistung und den Funktionsumfang angeht. Dafür sind aber 499 Euro UVP mehr als übertrieben. Doch da ist ja noch etwas anderes, nämlich die Kamera.
Doch qualitativ kann die nicht mal mit Modellen aus der Kompaktkamera-Riege für 200 Euro mithalten, trotzdem macht sie das S4 Zoom unerträglich dick und schwer, sodass der eigentliche Vorteil von Handykameras, nämlich das ständige Dabeihaben, wegfällt. Denn wer bitteschön kauft sich so einen Klopper als Haupthandy? Und als Zweitgerät kann man dann doch lieber wieder auf eine günstigere, aber dennoch bessere kompakte ausweichen.
Das Experiment Kamera-Smartphone-Zwitter ist beim S4 Zoom misslungen, denn als Handy ist das Teil einfach viel zu fett und als Kamera zu schlecht. Zumindest ist der Namenszusatz "Zoom" schlau gewählt, denn die 10fach-Vergrößerung ist der größte und einzige Vorteil des Gerätes. Ehrlicher wäre aber ein anderer Namenszusatz gewesen - aber welcher Hersteller nennt sein Gerät schon freiwillig nach dem buckeligen Glöckner von Notre Dames "Quasimodo"...?
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