{Die NSA archiviert auch eine ganze Menge Spam} Einzelheiten, Testen, Update
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Auch wenn moderne Filtersysteme in der Lage sind, inzwischen einen guten Teil der unerwünschten Werbebotschaften aus dem riesigen Strom des globalen E-Mail-Verkehrs herauszufiltern, kommen doch immer noch genügend von ihnen auf den Speichersystemen der NSA an, die quasi die gesamte elektronische Post, derer sie habhaft werden kann, untersucht.
Besonders problematisch wird es für die Schnüffler bei dem Geheimdienst, wenn ein E-Mail-Account, der aus irgendwelchen Gründen ihr Interesse geweckt hat, von Spammern übernommen wird. Interne Unterlagen, die der Washington Post vorliegen, zeigen ein solches Beispiel anhand einer Adresse eines Nutzers aus dem Iran.
Dieser hatte sich einen Account beim US-Portalbetreiber Yahoo besorgt, der unter Beobachtung stand und eines Tages begann, große Mengen an Werbung zu verschicken. Als Empfänger wurden jeweils alle Einträge des Adressbuches genutzt, das zu dem Konto gehörte. Hier kam für die NSA zusätzlich als Problem hinzu, dass man sich auch dafür interessiert, welchen Weg die Nachricht eines Zielobjektes im weiteren Verlauf nimmt. Die automatischen Überwachungssysteme speicherten so auch alle Nachrichten mit, die von dem Account an einige E-Mail-Verteiler verschickt und von dort an teils tausende Empfänger weitergereicht wurden.
Weil irgendwer in der Organisation den Account vor der Übernahme durch Spammer als wichtiges Beobachtungsobjekt markiert hatte, wurde dieser auch von den nachträglichen Filtern ignoriert, die normalerweise dafür sorgen, dass unwichtige Nachrichten nach einer groben Analyse doch nicht aufbewahrt werden. Laut den Unterlagen sammelte der Geheimdienst so allein von diesem einen Account in einem Untersuchungszeitraum vom 11. bis 24. September 2011 täglich zwischen 2 und 117 Gigabyte Daten ein, die in den Storage-Systemen aufbewahrt werden.
Der Fall, der offenbar als Anschauungsbeispiel für interne Planungen in eine Präsentation verpackt wurde, dürfte keine Ausnahme sein. Dies dürfte auch bedeuten, dass ein signifikanter Teil der riesigen Investitionen, die der Geheimdienst in sein neues Datenzentrum im US-Bundesstaat Utah steckt, letztlich für die Speicherung von Werbenachrichten eingesetzt werden.
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