{Blackberry Q5 Test: Neuer Blackberry zeigt Schwächen} Einzelheiten, Testen, Update
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Testüberblick BlackBerry Q5
Tops und Flops
- Tops
- Knackige Volltastatur
- Gute Akkulaufzeit
- viele schnelle Datenschnittstellen
- Flops
- Schlechte Kamera
- Lückenhaftes App-Angebot
- Kein wechselbarer Akku
- Kleines Display
Blackberry Q5 Test: Neuer Blackberry zeigt Schwächen
Wie der Buchstabe Q im Modellnamen bereits verrät, bietet das neue Blackberry Q5 eine mechanische Tastatur im QWERTZ-Format. Das dritte Blackberry-10-Smartphone im Handel ist die günstigere Alternative zur Edelstahl-Ausführung Q10. Ob es auch eine empfehlenswerte Alternative ist, haben wir im Test des Blackberry Q5 untersucht.
Anders als das teurere Blackberry Q10 wendet sich das Blackberry Q5 an junge Nutzer zwischen 16 und 31 Jahren sowie an Anwender in Schwellenländern - so beschreibt zumindest Hersteller Blackberry die Zielgruppe für das dritte Smartphone mit dem neuen Betriebssystem Blackberry Q5. Mit einem Preis ab etwa 350 Euro ohne Vertrag - die UVP des Herstellers beträgt 399 Euro - ist das Blackberry Q5 jedoch gerade für für jugendliche Nutzer nicht wirklich erschwinglich.
Design, Verarbeitung und Display
Das Material des Gehäuses des Blackberry Q10 erwies sich bei genauerem Hinsehen als beschichteter Edelstahl - was beim Blackberry Q5 wie Plastik aussieht, ist auch Plastik. Sowohl auf der Vorderseite um das 720 x 720 Pixel auflösende quadratische Display mit 3,1 Zoll langer Diagonale, als auch in den Zwischenräumen der Tastaturdrücker und der Gehäuserückseite. Anders als beim Blackberry Q10 gibt es beim Blackberry Q5 keinen abnehmbaren Akku-Deckel, um etwa die Steckplätze für die Micro-SIM und die microSD-Karte offenzulegen oder den Akku auszuwechseln.
Blackberry Q5
Vorderseite mit Tastatur und Display
Rückseite | (c) Areamobile
Das Gehäuse des Blackberry Q5 fällt mit seinen gerade Stirnseiten kantiger aus dasjenige des Blackberry Q10, nur die "Ecken" der Front und die Rückseite sind gerundet. Damit liegt es nicht ganz so gut in der Hand wie das Q10, das Bedienen des Handys mit einer Hand gelingt jedoch auch hier. Die Rückschale lässt sich zwar mit etwas Kraftaufwand eindrücken, Knarzgeräusche sind dem Gehäuse dabei jedoch nicht zu entlocken. Wenig hochwertig klingt es aber, wenn man mit dem Finger auf das Gehäuse klopft. Trotz des Plastik-Corpus wirkt das Blackberry Q5 im Test recht kompakt und robust. Die Verarbeitung ist gut, wenn auch nicht perfekt: Beispielsweise ist das Spaltmaß zwischen Ober- und Rückschale nicht ganz gleichmäßig. Gut in der Hand liegt das Smartphone vor allem aufgrund seiner vergleichsweise geringen Größe.
Die Micro-SIM-Karten und die wechselbare Speicherkarte werden seitlich in die dafür vorgesehenen Einschübe an der linken Gehäuseseite gesteckt, die durch einen Verschluss geschützt sind. Daneben sitzt der Micro-USB-Port. Rechts befinden sich die Lautstärkewippe sowie ein frei belegbarer Hotkey, die jeweils gute Druckpunkte aufweisen. Kabel-Headsets werden an der oberen Stirnseite des Blackberry Q5 in die 3,5-Millimeter-Buchse neben dem Power-Button gesteckt.
Distplay und Tastatur
Das Display des Blackberry Q5 ist wie beim Q10 im 1:1-Format gehalten und liefert ebenfalls bei einer Diagonalen von 3,1 Zoll und einer Auflösung von 720 x 720 Pixel eine Pixeldichte von 328 PPI. Allerdings handelt es sich beim Display des Blackberry Q5 um ein IPS-LCD-Panel mit natürlicher Farbsdarstellung und guter Blickwinkelstabilität, während der Bildschirm des Q10 auf der Super-AMOLED-Technologie mit übertriebener Farbstärke und tieferem Schwarz beruht. Hilfreich bei Wischgesten, die vom unteren Bildschirmrand aus durchgeführt werden, ist der breitere Abstand zwischen Display und Tastatur, auf dem auch der Blackberry-Schriftzug prangt.
Einschübe für Micro-SIM und microSD
Tastenreihen
Breiter Abstand zwischen Tastatur und Display | (c) Areamobile
Die echte QWERTZ-Tastatur des Blackberry Q5 zeichnet sich durch ebenso knackige Druckpunkte wie die des Q10 aus, allerdings sind beim Tippen auf dem Q5-Keyboard die Klicks auch lauter als beim Edelstahlgerät. Die Tastenfelder sind leicht angeschrägt und immer noch gut ertastbar, auch wenn sie etwas kleiner als auf dem Q10 ausfallen. Zwischen den Tastenreihen fehlen zwar die vom Q10 bekannten metallenen Zierstreifen, doch die Abstände zwischen den Reihen sind hilfreich für die schnelle Orientierung beim Tippen. Im Hintergrund arbeitet die gleiche "lernfähige" Sprach-Software wie beim Blackberry Z10, die dem Nutzer auf Wunsch beim Tippen Wortvorschläge in bis zu drei Sprachen unterbreitet, die sich dann mit dem Finger in das Textfeld "hineinschnippen" lassen. Außerdem helfen natürlich auch bei diesem Gerät die Instant-Action-Unterstützung und die vielen Shortcuts des Blackberry-Keyboards.
Multimedia: Kamera, Musik und Speicher
Die Kamera des Blackberry Q5 unterscheidet sich wesentlich von der des Q10: Sie löst nur 5 statt 8 Megapixel auf und die Blende ist kleiner (f/2.4 statt f/2.2). Sie bietet allerdings ebenso einen kontinuierlichen Autofokus und eine Touch-to-Fokus-Funktion, eine im Hintergrund arbeitende Bildstabilisierungs-Software, ein LED-Fotolicht sowie Schnappschuss-, Timeshift- und 1.080p- oder 720p-Videoaufnahmemodi. Auch Serienbilder oder HDR-Aufnahmen zum Ausgleichen von starken Hell-Dunkel-Kontrasten sind mit dem Blackberry Q5 möglich. Die weiteren Einstellmöglichkeiten sind begrenzt: Neben vier Szenen stehen noch die drei Bildformate 1:1, 4:3 und 16:9 zur Auswahl.
Testbild, aufgenommen mit der 5-Megapixel-Kamera des Blackberry Q5 | (c) Areamobile
Die Bildergebnisse sind jedoch enttäuschend: Die im Test geschossenen Bilder mit den Standard-Einstellungen fallen durchweg unscharf aus und zeigen starkes Bildrauschen, während Farben zu kräftig wiedergegeben werden und bei genauem Hinsehen an Hell-Dunkel-Übergängen grüne und rote Farbsäume zu erkennen sind. Zur nachträglichen Bearbeitung von Bildern stehen mehrere Filter und Voreinstellungen für Helligkeit, Schärfe, Weißabgleich usw. bereit. Für Selbstporträts oder Videotelefonate sitzt vorne oberhalb des Displays eine weitere, 2 Megapixel auflösende Kamera mit festem Fokus, Bild- und Videostabilisierung sowie 720p-Videoaufnahme.
Testbild, aufgenommen mit der 5-Megapixel-Kamera des Blackberry Q5 | (c) Areamobile
Testbild, aufgenommen mit der 5-Megapixel-Kamera des Blackberry Q5 | (c) Areamobile
Größtes Manko des Musikplayers ist das Fehlen von jeglichen manuellen Einstellmöglichkeiten. Ansonsten überzeugt der Player mit klarem und recht lauten Klang, auch wenn etwas mehr Bass wünschenswert wären. Leider legt Blackberry dem Q5 nur billige Plastik-Kopfhörer bei, die schon allein durch das Material und ihr Aussehen beim Nutzer den Wunsch nach höherwertigeren Stöpseln wecken. Der Lautsprecher sitzt an der unteren Stirnseite des Geräts, so dass der Sound-Ausgang nicht verdeckt wird, wenn das Gerät auf dem Tisch oder einer anderen Oberfläche liegt.
Zum Ablegen von Fotos, Videos und Musik bietet das Blackberry Q5 nur 8 Gigabyte Flash-Speicher sowie einen Steckplatz für eine microSD-Karte mit bis zu 32 Gigabyte Speicherplatz. Apps lassen sich wie bei anderen Smartphone-Systemen nicht auf die wechselbare Speicherkarte auslagern, für mehr Speicherplatz ist auf dem Blackberry-10-Smartphone die App des Cloud-Dienstes Box vorinstalliert. Medien-Sharing im Heimnetzwerk oder auf direktem Weg auf andere Abspielgeräte gelingt mit dem Blackberry Q5 drahtlos via WLAN mit DLNA. Über einen Micro-HDMI-Port wie das Q10 verfügt das Blackberry Q5 nicht. Der Medienaustausch mit dem PC oder Mac funktioniert einfach über eine USB-Kabelverbindung.
Kamera
Kopfhörer | (c) Areamobile
System: Hardware, Software und Bedienung
Für die Rechenleistung des Blackberry Q5 sorgen der Qualcomm-Chip Snapdragon S4 Plus (MSM8960) mit zwei auf jeweils 1,2 Gigahertz getakteten Kernen und der Adreno-225-GPU sowie ein 2 Gigabyte großer Arbeitsspeicher. Im plattformübergreifenden Benchmark Geekbench 2 von Primate Labs, der Prozessor- und Speicherleistung von Smartphones misst, schnitt das Blackberry Q5 im Test mit installierter Firmware-Version 10.1.0.4184 mit 1.481 Punkten ab und liegt damit erwartungsgemäß unter dem Niveau von Blackberry Z10 (1.850 Punkte mit Firmware-Version 10.1.0.2354) und Blackberry Q10 (1.750 Punkte mit Firmware-Version 10.1.0.2390). Im Test lief das System des Blackberry Q5 flüssig, auf Bediengesten und beim Navigieren im Menü traten keine merklichen Verzögerungen auf.
| Unterschiede zwischen Q5 und Q10 | BlackberryQ5 | BlackberryQ10 |
|---|---|---|
| Gehäuse-Material | Plastik | Edelstahl |
| Gehäuse-Maße | 120 x 66 x 10,8 mm | 120 x 67 x 10,4 mm |
| Display-Technologie | IPS-LCD | Super-AMOLED |
| interner Speicher | 8 GB | 16 GB |
| Prozessor | Snapdragon S4 Plus MSM8960 mit 1,2 GHz | Snapdragon S4 Plus MSM8960 mit 1,5 GHz |
| Wlan-Standards | b/g/n | a/b/g/n |
| Micro-HDMI | nein | ja |
| Akku | 2.180 mAh, nicht auswechselbar | 2.100 mAh, auswechselbar |
| Akku | 399 Euro (UVP) | 649 Euro (UVP) |
Für einen ausführlichen Vergleich von Blackberry Q5 und Blackberry Q10 nutzt am besten unser Handyvergleich-Tool.
Bei der Software des Blackberry Q5 gibt es keinen Unterschied zum Q10. Das Bedienkonzept "Flow" mit den vielen verschiedenen Wischgesten auf dem Touchscreen, dem Multitasking-Panel und dem Blackberry Hub als Kommunikationszentrale sowie andere spezielle Apps, Features und Personalisierungsmöglichkeiten der Benutzeroberfläche von Blackberry 10 OS haben wir bereits im Testbericht zum Blackberry Z10 näher vorgestellt. Auf die Besonderheiten bei der Bedienung eines Geräts mit Touchscreen und echter QWERTZ-Tastatur sind wir kurz im Testbericht zum Blackberry Q10 eingegangen. Die bei den älteren Blackberry-Modellen dazwischenliegende Reihe an Navi-Tasten gibt es beim Blackberry Q5 nicht mehr.
Das App-Angebot von Blackberry 10 OS ist weiterhin stark verbesserungswürdig und bleibt bislang der Hauptkritikpunkt an dem neuen Betriebssystem, auch wenn sich einige bekannte Titel auf der Download-Plattform finden. Anders als Microsoft hat Blackberry für eine vergleichsweise hohe Anfangszahl an zur Auswahl stehen Anwendungen in der Blackberry World gesorgt. Bei vielen dieser Programme handelt es sich jedoch nicht um Anwendungen mit dem Prädikat "Built for Blackberry", sondern um häufig mit merklich wenig Aufwand für Blackberry 10 angefertigte Portierungen von Android. Gaming-Fans werden beispielsweise derzeit mit Blackberry 10 nicht froh. Auch die Navigations-Anwendung kann mit Konkurrenzdiensten wie Nokia Here oder Google Maps nicht mithalten.
Im Javascript-Benchmark Sunspider (Version 0.9) schneidet der Blackberry-10-Browser, der auch Flash-Unterstützung bietet, mit 2.170 Millisekunden ab im Vergleich zu Android ist extrem langsam. Für mobile Datenübertragungen unterstützt das Blackberry Q10 neben GPRS und UMTS mit DC-HSPA+ für Datenraten von bis zu 42 Megabit pro Sekunde auch LTE in allen drei hierzulande genutzten Frequenzbereichen mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde. Außerdem beherrscht es den WLAN-n-Standard mit guter Empfangsqualität im 2,4-Gigahertz-Band, DLNA-Unterstützung für das Medienstreaming und Mobile-Hotspot-Funktion. Einen HDMI-Port zum Verbinden des Blackberry-Smartphones mit dem Fernseher, um Fotos oder Videos auf dem größeren Bildschirm abzuspielen, besitzt das Blackberry Q5 im Gegensatz zum Q10 nicht.
Browser
Games | (c) Areamobile
Doch auch wenn der Blackberry-10-Browser Internetseiten flott aufbaut und viele Zusatzfunktionen bietet: Mobiles Surfen auf Websites, Videosessions oder Spielen ist auf dem Display des Blackberry Q5 weniger komfortabel als auf größeren Displays. Um möglichst viel Platz für die Anzeige von Inhalten zu schaffen, wird in manchen Anwendungen beim Scrollen die Optionsleiste am unteren Bildschirmrand ausgeblendet. Ein Umschalten der Display-Anzeige vom Hoch- ins Querformat gibt es wie beim Q10 nicht, das Bild bleibt immer fest im Porträtmodus. Das Display-Format schränkt auch die App-Auswahl ein, denn nicht jede App in der Blackberry World ist für das quadratische Format angepasst worden.
Telefon-Funktionen, mobiles Internet und Akku-Laufzeit
Im Blackberry Q5 steckt der bislang größte Akku eines Blackberry-10-Smartphones. Der Energiespender des QWERTZ-Smartphones hat eine Ladungsmenge von 2.180 mAh, knapp mehr als der Akku des Q10. Mit einem etwas schwächeren Prozessor und gleich großem und auflösenden Screen sollten die Nutzungszeiten mit einer Akku-Ladung mindestens so gut sein wie beim Q10. Wer also nicht stundenlang Videos auf dem Q5 anschaut, kommt mit neu aufgeladenem Akku locker über einen Tag, bei normaler Nutzung auch über zwei Tage. Im UMTS-Modus soll das Blackberry Q5 laut Hersteller mit einer Akku-Ladung bis zu 12,5 Stunden Sprechzeit oder bis zu 14 Tage Standby-Zeit bieten, verspricht der Hersteller. Da der Akku-Deckel des Q5 jedoch nicht abgenommen werden kann, lässt sich notfalls unterwegs kein Ersatz-Akku einlegen, wenn dem Stromspender mal doch die Puste ausgeht.
Beim Telefonieren zeichnet sich das Blackberry Q10 mit sehr guter Sprachqualität aus, auch über den Lautsprecher. Stimmen der Gesprächspartner klingen nah und natürlich, das Hintergrundrauschen bleibt dezent.
Fazit
An der mechanischen Tastatur scheiden sich die Geister: Viele Blackberry-Fans lieben sie, andere können problemlos auf sie verzichten. Zwei Blackberry-10-Smartphones mit echter Volltastatur sind jetzt im Markt verfügbar. Mit einer UVP von 399 Euro ohne Vertrag ist das Blackberry Q5 zu einem deutlich günstigeren Preis erhältlich als das Q10 und richtet sich damit an preisbewusstere und auch jüngere Nutzer. Die Straßenpreise beginnen zurzeit bei etwa 350 Euro - das ist allerdings immer noch alles andere als Schnäppchen-Niveau.
Dafür muss der Nutzer auch einige Abstriche in der Ausstattung hinnehmen, wie der Handyvergleich von Areamobile zeigt: Neben dem - allerdings gut verarbeiteten und kompakt wirkenden - Plastik-Corpus gehören dazu ein niedriger getakteter, zweikerniger Snapdragon-S4-Chipsatz von Qualcomm, ein mit 8 Gigabyte nur halb so großer interner Speicher, eine mit 5 Megapixel niedriger auflösende Kamera, das Fehlen eines HDMI-Anschlusses für die Verbindung mit einem Fernseher und ein nicht auswechselbarer Akku. Die Akku-Laufzeit des Blackberry Q5 ist jedoch wie beim Q10 hervorragend, leistungsmäßig fällt das neue Gerät im Vergleich mit dem teureren Q10 kaum ab.
Mit diesen Abstrichen hat das Blackberry Q5 im deutschen Markt jedoch starke und unter den Nutzern populäre Konkurrenz. Das mit Android laufende Erfolgsmodell Samsung Galaxy S3 mit Quad-Core-Prozessor, 8-Megapixel-Kamera, 16 Gigabyte internem Speicher und auswechselbarem Akku ist beispielsweise mittlerweile ebenfalls für Preise ab 350 Euro ohne Vertrag erhältlich.
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