{Pearl Touchlet X10 Quad Test: Möchtegern-iPad mit Android für Sparfüchse} Einzelheiten, Testen, Update
{Pearl Touchlet X10 Quad Test: Möchtegern-iPad mit Android für Sparfüchse} Einzelheiten, Testen, Update
Testüberblick Pearl Touchlet X10.quad
Tops und Flops
- Tops
- Sehr schickes Design
- Extrem Hochauflösendes Display
- Gute Qualitätsanmutung
- Flops
- Miese Lautsprecher
- Zahlreiche Software-Bugs (-5.0%)
- Kamera mit Alibifunktion
- Prozessor zu schwach für Display-Auflösung (-1.0%)
Pearl Touchlet X10 Quad Test: Möchtegern-iPad mit Android für Sparfüchse
Das iPad ist zu teuer, iOS zu verrammelt und die meisten Tablets mit dem Google-Betriebssystem sind knubbelige Plastikbomber? Dann könnte das Pearl Touchlet X10 Quad die passende Lösung sein, das wie das iPad in einem Alugewand steckt und genau wie das Apple-Produkt aussieht, allerdings mit Android läuft und bei Pearl trotz Quad-Core-Chip schon für 269 Euro zu haben ist. Das klingt doch richtig gut, zumal Pearl wahre Wunder verspricht! Leere Versprechungen? Wir haben es im Test überprüft.
Design, Verarbeitung und Display
Es gibt Firmen, die wurden von Apple wegen runder Ecken und bunten Icons verklagt. Und deren Produkte sahen weit weniger nach iPad aus, als das Pearl Touchlet X10 Quad im Test. Denn auf den ersten Blick ähnelt das Gerät den Produkten von Apple fast bis ins Detail und man sucht beinahe automatisch den runden Homebutton. Den gibt es allerdings nicht, das wäre dann aber auch etwas viel des Guten gewesen. Stattdessen wird das Gerät fast ausschließlich über virtuelle Tasten gesteuert. Das Tablet macht durch die Bank optisch eine gute Figur - kein Wunder, immerhin besteht das Gehäuse wie beim iPad aus elegantem Aluminium. Lediglich ein kleiner, schwarzer Kunststoffstreifen auf der Stirnseite lässt sich finden, unter dem sich die Antennen für Bluetooth, GPS und Wlan verstecken - auch wie beim iPad.
Im Test: Pearl Touchlet X10 Quad
Edle Rückseite aus Alu
Unter dem Kunststoff verbergen sich Antennen | (c) Areamobile
Anders als beim Apple-Tablet gibt es aber neben dem Powerbutton auf der Stirnseite noch einen Knopf, mit dem man immer wieder auf den zentralen Hauptbildschirm zurückkommt - also eine gesonderte Taste dafür, was die Onscreen-Taste von Android auch bewirkt. Einen Mehrwert konnten wir nicht erkennen, offenbar handelt Peral hier nach dem Motto doppelt hält besser". Auf eine Lautstärkewippe verzichtet der Hersteller im Gegenzug und fügt stattdessen virtuelle Buttons am unteren Display-Rand ein. Die Rückseite ist bis auf den Hersteller-Schriftzug und am unteren Rand angebrachte Geräteinformationen nahezu leer, nur im oberen linken Eck befindet sich eine kleine, chromumrandete Kameralinse. Insgesamt sind Materialwahl, Verarbeitung und damit auch das Qualitätsempfinden beim Pearl Touchlet X10 Quad im Test sehr gut. Lediglich eine spürbar scharfe Erhebung rings um das Display, die man beim Streichen mit dem Finger über den Bildschirm hinaus klar spürt, stört den sehr guten Gesamteindruck etwas. Der wird ansonsten natürlich auch durch die geringe Bautiefe von nur 8,5 Millimeter erreicht - das sollten andere Hersteller bei einem Verkaufspreis von nur 269 Euro mal nachmachen!
Neben der guten Qualitätsanmutung ist das Display das Highlight des Android-iPad. Denn genau wie beim Apple-Tablet bringt das Touchlet X 10 Quad von Pearl 2.048 x 1.536 Pixel auf 9,7 Zoll unter und verfügt über einen IPS-LCD-Screen. Entsprechend scharf ist das Display auch, die Farbwiedergabe ist allerdings eher etwas matt und allenfalls durchschnittlich. Negativ fallen die zu geringe Leuchtkraft und die hohe Anziehungskraft von Fettfingern auf, sehr gut gefällt hingegen die hervorragende Blickwinkelstabilität. Das Seitenverhältnis von 4:3 bietet beim Lesen von E-Books Vorteile, bei Videos aber deutliche Nachteile, da ein guter Teil des Displays schwarz bleibt. Bei Apple heißt ein Screen mit dieser Auflösung übrigens Retina-Display, Pearl verzichtet aus namensrechtlichen Gründen auf diese Bezeichnung.
Kamera, Musik, Multimedia und Video
Die Kamera sorgt für mehr Frust als Lust. Das beginnt schon beim Start der App - dann verlangt das Pearl Touchlet X10 Quad in mehreren, teils überlappenden Meldungsfenstern nach einer Speicherkarte. microSDs werden zum Glück auch bis zu 64 Gigabyte unterstützt. Hat man eine entsprechende Karte eingesetzt, bietet das Gerät allerdings voreingestellt als Speicher "Phone" an - wie können solche Fehler durch die Qualitätskontrolle kommen?
Kleine Fehler im Menü sind das kleinste Problem der Kamera
Effekte werden nicht live angezeigt | (c) Areamobile
Danach wird es nicht besser. Zwar bietet das Tablet durchaus einige Optionen zur manuellen Anpassung an die eigenen Wünsche, allerdings gibt es auch hier Fehler - die Auflösung der 2-Megapixel-Kamera steht ausgegraut und nicht änderbar auf 8 Megapixel - und Bildeffekte werden nicht live angeschaut, so dass deren Nutzen wohl angezweifelt werden darf. Das wäre alles noch verschmerzbar, wenn nicht auch die Kameraqualität noch ziemlich mies wäre - nicht, dass wir von einer Tablet-Kamera mit 2 Megapixel mehr erwartet hätten, aber miese Bildqualität und eine lustlos zusammengeschusterte App für die Optik sind einfach zu viel. Auch für 269 Euro.
Hochauflösende Videos sehen auf dem Display des Pearl Touchlet X10 Quad im Test beeindruckend aus, auch wenn hier erneut Farben kräftiger und die Helligkeit höher sein könnten. Die Stereolautsprecher, die nur im Hochformat sinnvoll Zweikanalton ausgeben können, da sie dann am unteren Gehäuserand und nicht beide auf einer Seite liegen, schafften bei unserem Testexemplar gefühlt in etwa eine Dezibelzahl, die eine Hummel im Flug fabriziert. Und das war keine schöngeistige Verklausulierung für sehr klaren Sound (Hummelflug des Komponisten Nikolai Andrejewitsch Rimski-Korsakow), sondern für den Flüsterbetrieb, in dem das Pearl Touchlet X10 Quad im Test auch auf maximaler Lautstärke Inhalte wiedergab. Das gilt auch für den Musikbetrieb, hier fällt dann zudem noch der Telefonhörer-artig miese Klang auf. Der eigenen Player bietet bis auf Equalizer und Presets alle wichtigen Grundfunktionen.
System: Hardware und Bedienung, Connectivity und Synchronisation
Quad-Core-Prozessor und 2 Gigabyte Arbeitsspeicher - das klingt doch erst einmal ganz gut. Schaut man dann aber auf die Deteils, sieht das gleich wieder ganz anders aus. Denn statt auf die bis zu diesem Jahr verbreiteten Cortex A9-Kerne setzt Chip-Hersteller Mediatek auf schwächere A7-Kerne, die zu allem Überfluss auch nur auf schwachbrüstige 1 Gigahertz getaktet sind. Zugegeben: Das ist jetzt alles etwas sehr negativ geschildert, denn mit einer normalen Full-HD-Auflösung (1.920x1.080 Pixel) hätte der Vierkerner vielleicht sogar noch leichtes Spiel gehabt. Bei der hohen Auflösung von 2.048x1.536 Pixel wird die Leistungsfähigkeit des Chips aber sichtbar überschritten, in allen Bereichen und zu jeder Zeit sind als Resultat leichte bis mittlere Ruckler zu verzeichnen. Vergleichsweise gut macht sich das Gerät im Browser, hier ist nur minimales Ruckeln zu erkennen, komplett flüssig ist die Bedienung aber auch hier nicht. Optimal läuft es hingegen im Hauptmenü - zumindest, wenn nicht schon viele Apps installiert wurden.
Der Play Store stürzte bei größeren Apps einfach ab
Messerscharfes Display
Android 4.1 mit sehr dezenter Anpassung von Pearl | (c) Areamobile
Die unterdurchschnittliche Leistung macht sich auch in Benchmarks bemerkbar. Hier sortiert sich das Gerät im Quadrant-Test mit 3.080 Punkten etwa hinter dem viel älteren Asus Transformer Prime ein. Die versprochenen 11.500 Punkte im Antutu-Test erreichten wir nicht, wir kamen nur auf etwa 11.200 Punkte. Gerade große Benchmarks und andere Apps mit viel Speicherbedarf ließen sich nicht ausprobieren, da jedes mal, wenn im Play Store die Meldung kommt, dass wegen der Größe der App am besten nur Wlan genutzt werden sollte, die Play-Store-App einfach abstürzte.
Positiv fällt hingegen - besonders in der Preisklasse des Pearl Touchlet X10 Quad - der microHDMI-Ausgang auf. Positiv wäre eigentlich außerdem auch der microUSB-Port mit on-the-go-Funktionalität zu nennen, für die sogar ein gesondertes USB-Kabel mitgliefert wird, um etwa USB-Sticks anschließen zu können - wenn er denn funktionieren würde. Allerdings konnten wir im Test darüber nicht einmal Daten transferieren, weil das Gerät einfach an mehreren Rechnern nicht erkannt wurde. Außerdem funktionieren herkömmliche microUSB-Kabel von anderen Herstellern nicht - im Test haben wir das mit zwei anderen Kabeln probiert, mit denen es sonst keine Probleme gibt. Sie steckten extrem locker und das Tablet wechselte auch nicht automatisch in den Anschlussmodus. Des weiteren ist etwa in der Galerie oder im Dateimanager kein Zugriff auf den mit 4 Gigabyte ohnehin recht knapp bemessenen internen Speicher möglich.
Ebenfalls auffällig: Die zusätzlichen Lautstärke-Symbole am unteren Display-Rand verdecken bei der Anzeige mehrerer Ereignisse entsprechende andere Icons. Seltsam mutet auch an, dass Pearl zwar ein extrem hochauflösendes Display in das Tablet steckt und einen speziellen 4K-Player als Software installiert, aber kein geeignetes hochauflösendes Filmmaterial zu Demozwecken in den Speicher packt - wer so ein Gerät kauft, will doch auch sehen können, wie toll (fast) 4K ist. Insgesamt macht das Pearl Touchlet X10 Quad im Test auf uns einen nicht ganz ausgereiften Eindruck.
Akkulaufzeit
Das Pearl Touchlet X10 Quad im Test soll eigentlich bis zu 7 Stunden Dauernutzung durchhalten, das dürfte aber wie immer nur im Optimalfall funktionieren. Das wäre etwa denkbar beim Betrachten von Videos ohne Wlan-Verbindung und mit reduzierter Display-Helligkeit. Beim Touchlet X10 Quad ist das Display aber ohnehin schon nicht gerade hell, daher wird die Beleuchtung wohl auch niemand freiwillig weiter herunterschrauben. Der typische Couchsurfer dürfte aber wohl wie bei den meisten Tablets auch mit einmaligem Laden pro Woche auskommen.
Fazit
Entweder hat uns Pearl ein Vorseriengerät geschickt und das nicht mitgeteilt, oder das Touchlet X10 Quad ist einfach völlig überhastet zusammengeschustert worden. Zumindest Teile der Software, sowie Kamera und Lautsprecher machen diesen Eindruck. Trotzdem ist nicht alles schlecht, im Gegenteil. Die Verarbeitung ist sehr gut, das Design - bis auf die Tatsache, dass es fast vollständig von Apple abgekupfert ist - äußerst schick und das messerscharfe Display bis auf die Helligkeit eine Wucht. Auch die sonstige Ausstattung kann sich (etwa beim USB-Port zumindest auf dem Papier) sehen lassen, einen microHDMI-Ausgang sucht man in der Preisklasse um 250 Euro meist vergeblich und es dürfte so gut wie keine Apps geben, die wegen zu schwacher Hardware gar nicht genutzt werden können.
Allerdings bedeutet das im Gegenzug noch lange nicht, dass sie auch gut genutzt werden können.
Denn der Prozessor ist mit der Auflösung des Displays schlichtweg überfordert. Daher ruckelt und hakelt das Pearl Touchlet X10 Quad im Test mal mehr, mal weniger munter vor sich hin - so etwas ist auch bei einem billigen Tablet in 2013 absolut unverzeihlich! Hier hätte ein stärkerer Chipsatz her gemusst oder möglicherweise wäre ein Screen mit "nur" FullHD die bessere Wahl gewesen. Schade Pearl, aber es reicht halt nicht, einfach nur auf große Marketing-Begriffe wie Quad-Core zu setzen und marktschreierisch Wunder zu versprechen. Die Technik dahinter muss auch aufeinander abgestimmt sein.
Testwertung Pearl Touchlet X10.quad
Stefan Schomberg + ,
Ich habe dieses Handy / konnte dieses Handy testen, und bin der Meinung:
(Beschreiben Sie das Handy mit einem Satz)
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Gesamteindruck % Empfehlung nein
Bewertet am 01.01.1970
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